Was hier gearbeitet wird
Die Vermittlung von Immobilien: Vermietung im Bestand, Verkauf an Privatleute, Gewerbevermietung, Vermarktung von Neubauprojekten. Die Arbeit besteht aus Akquise, Bewertung, Exposé, Besichtigung, Verhandlung und Begleitung bis zum Notartermin oder bis zur Übergabe.
Der Teil, den Anzeigen selten betonen: Der Verkauf ist die zweite Hälfte des Geschäfts. Die erste ist die Akquise der Objekte – ohne Zugang zu Eigentümern gibt es nichts zu vermitteln, und daran entscheidet sich, ob jemand in diesem Feld Fuß fasst.
Die Frage vor allen anderen: welcher Vertrag
Ein Teil der ausgeschriebenen Maklerstellen ist keine Anstellung, sondern freie Mitarbeit, eine Handelsvertretung nach § 84 HGB oder eine Lizenzpartnerschaft. Über den gesamten Bestand dieses Portals hinweg sind Verträge ohne Anstellung eine Randerscheinung – aber weit über die Hälfte dieser wenigen Fälle entfällt auf Maklerstellen.
Das ist weder unseriös noch verboten. Es ist eine andere Existenz, mit Gewerbeanmeldung, eigener Sozialversicherung und ohne Fixum. Woran man es in der Anzeige erkennt und was vorher zu fragen ist, steht in Maklerstellen: Anstellung oder Provision.
Was die Gesetzgebung verändert hat
Bei der Vermittlung von Wohnraum gilt seit 2015 das Bestellerprinzip: Der Suchende zahlt in aller Regel nichts. Beim Verkauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern an Verbraucher gilt seit Ende 2020 eine Teilungspflicht nach §§ 656a bis 656d BGB, dazu Textform für den Maklervertrag.
Beides hat die Erträge je Abschluss verändert und wirkt bis in die Vergütungsmodelle der Beschäftigten hinein. Die Einzelheiten stehen in Wer die Maklerprovision zahlt.
Für die Stellenlage hat das eine erfreuliche Nebenwirkung: Die reine Mietvermittlung an private Suchende ist als Geschäftsmodell weitgehend verschwunden. Wer heute in der Vermietung arbeitet, arbeitet überwiegend für Vermieter – Wohnungsunternehmen, Bestandshalter, Verwaltungen –, und das sind reguläre Anstellungen.
Der Weg hinein
Einen vorgeschriebenen Ausbildungsweg gibt es nicht. Üblich sind die Ausbildung zum Immobilienkaufmann, eine kaufmännische Ausbildung mit Weiterbildung oder ein Quereinstieg aus Vertrieb, Einzelhandel oder Kundenservice – siehe Quereinstieg in die Immobilienwirtschaft.
Wie die Arbeit aussieht
Abend- und Samstagstermine sind der Normalfall, weil Besichtigungen dann stattfinden, wenn Kunden Zeit haben. Die Tageseinteilung ist frei, die Erreichbarkeit dafür hoch.
Die drei Teilmärkte verlangen Unterschiedliches. Im Bestand ist die Akquise die Hürde und die Bewertung das Handwerk; verkauft wird an Privatleute, oft in einer Lebenslage, die Rücksicht verlangt. Im Neubauvertrieb stellt das Haus die Objekte, dafür wird nach Plan verkauft und Verzögerungen am Bau landen im Postfach des Vertriebs. Im Gewerbebereich zählen Rendite, Mietvertragslaufzeiten und Bonität – kaufmännische Arbeit mit langen Zyklen.
Vor der Bewerbung
Fragen Sie, woher die Objekte kommen: aus dem Haus, aus Portalen, aus Zukauf – oder soll der Neue sie selbst beschaffen? Und fragen Sie nach dem Vorschuss: ob er rückzahlbar ist, wenn Abschlüsse ausbleiben.
Ein Angebot, das ausschließlich über die erreichbare Provisionshöhe spricht, hat zu beidem nichts gesagt.