Immobilienmakler
Immobilienmakler vermitteln Kauf- und Mietverträge: Aufträge einholen, Objekte einschätzen, anbieten, besichtigen, verhandeln und bis zum Notartermin begleiten. Die Mehrheit der ausgeschriebenen Stellen ist eine Anstellung mit Fixum und Beteiligung an der Courtage.
24 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Immobilienmakler verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.400 € | 3.200 € | 4.400 € | 38.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.000 € | 4.300 € | 6.800 € | 51.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.800 € | 5.500 € | 9.500 € | 66.000 € |
Die Werte gelten für eine Anstellung und setzen sich aus einem Fixum und einer Beteiligung an der Courtage zusammen. Der variable Anteil liegt im Einstieg häufig bei einem Fünftel des Jahreseinkommens und kann in Vertriebshäusern die Hälfte erreichen; deshalb ist die Spanne breiter als in anderen kaufmännischen Immobilienberufen. Entscheidend sind drei Punkte, die in der Anzeige selten stehen: ob Objekte zugeteilt werden oder selbst zu beschaffen sind, wie die Beteiligung berechnet wird – auf die Gesamtprovision oder auf den tatsächlich zugeflossenen Anteil – und ob ein Vorschuss rückzahlbar ist, wenn Abschlüsse ausbleiben.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Immobilienmakler?
Die Arbeit hat zwei Hälften, und die bekanntere ist die zweite. Sichtbar sind Exposé, Besichtigung und Verhandlung; davor liegt die Akquise. Ohne Zugang zu Eigentümern gibt es nichts zu vermitteln, und daran entscheidet sich, ob jemand in diesem Beruf Fuß fasst. Dazwischen steht das Handwerk: eine Preiseinschätzung, die trägt, Unterlagen aus Grundbuch, Teilungserklärung und Bauakte, der Energieausweis samt den Angaben, die jede Immobilienanzeige gesetzlich enthalten muss, und die Identifizierung beider Vertragsparteien, zu der das Geldwäschegesetz Immobilienmakler als Verpflichtete nach § 2 Abs. 1 Nr. 14 GwG anhält.
Der Alltag ist nüchterner als das Berufsbild. Besichtigungen liegen abends und samstags, weil Kunden dann Zeit haben. Verkauft wird selten aus Freude: Erbengemeinschaften, Trennungen und Umzüge ins Heim sind die häufigeren Anlässe, und vermittelt wird zwischen Menschen, die sich uneins sind. Aufträge platzen nach Wochen Arbeit, weil eine Finanzierung scheitert oder ein Miterbe sich querstellt. Wer falsche Wohnflächen oder veraltete Energiewerte weitergibt, haftet dafür.
Wie wird man Immobilienmakler?
Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt, einen vorgeschriebenen Ausbildungsweg gibt es nicht. Der geradlinige Weg führt über die dreijährige Ausbildung zum Immobilienkaufmann, der häufigere über einen Quereinstieg aus Vertrieb, Einzelhandel oder Kundenservice. Die Erlaubnis nach § 34c Abs. 1 Nr. 1 GewO braucht der Gewerbetreibende, nicht der Angestellte. Die Weiterbildungspflicht von zwanzig Stunden in drei Jahren nach § 34c Abs. 2a GewO trifft dagegen auch Beschäftigte, die unmittelbar an der erlaubnispflichtigen Tätigkeit mitwirken – wer sie bezahlt und ob die Zeit Arbeitszeit ist, gehört ins Einstellungsgespräch.
Was der Vertrag bedeutet
Von 46 Anzeigen dieses Portals mit „Makler" im Titel nennen 29 ausdrücklich eine Festanstellung und 13 einen Vertrag ohne Anstellungsverhältnis – Handelsvertretung, Franchise oder freie Mitarbeit. Über den gesamten Bestand hinweg tragen 95 von 1.432 Anzeigen einen Vertrag ohne Anstellung, also 6,6 Prozent, und ein großer Teil davon sind Maklerstellen. Die Häufung ist real; sie sitzt nur fast vollständig auf dieser einen Achse. Die Mehrheit der Maklerstellen bleibt eine Anstellung.
Für den Angestellten heißt das Fixum plus Beteiligung an der Courtage, Urlaub, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung. Gegenleistung ist Weisungsbindung und meist ein zugeteiltes Gebiet: Die Objekte kommen aus dem Haus, der eigene Anteil an der Provision fällt entsprechend kleiner aus. Wann dieser Anteil entsteht – bei Beurkundung, bei Zahlungseingang oder nach einer Frist –, bestimmt das tatsächliche Einkommen stärker als der genannte Prozentsatz.
Aussichten
Zwei Gesetzesänderungen haben die Geschäftsgrundlage verschoben. Seit 2015 gilt bei Wohnraum das Bestellerprinzip; die reine Mietvermittlung an Suchende ist als Geschäftsmodell weitgehend verschwunden, Vermietungsarbeit findet heute überwiegend im Auftrag von Vermietern statt und ist dort regulär angestellt. Seit Ende 2020 teilen sich beim Verkauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern an Verbraucher nach §§ 656a bis 656d BGB beide Seiten die Provision, und der Maklervertrag bedarf der Textform. Der Ertrag je Abschluss ist damit gesunken, die Anforderung an die Sorgfalt gestiegen. Unberührt davon bleiben Mehrfamilienhäuser, Grundstücke, Gewerbeobjekte und Verkäufe an gewerbliche Erwerber – dort liegt ein erheblicher Teil der gut bezahlten Vermittlungsarbeit.
Aufgaben
- Eigentümer ansprechen und Vermittlungsaufträge einholen
- Objekte einschätzen: Lage, Zustand, Vergleichspreise, erzielbare Miete
- Unterlagen beschaffen – Grundbuchauszug, Flurkarte, Teilungserklärung, Baubeschreibung, Energieausweis
- Exposés erstellen und Anzeigen einstellen, einschließlich der vorgeschriebenen Energieangaben
- Besichtigungen durchführen, überwiegend abends und an Samstagen
- Interessenten vorqualifizieren und die Finanzierungsbestätigung einfordern
- Preisverhandlungen führen und den Notartermin vorbereiten
- Vertragsparteien nach dem Geldwäschegesetz identifizieren und die Nachweise aufbewahren
- Übergabe begleiten, Zählerstände und Mängel protokollieren
Voraussetzungen
- Kaufmännische Ausbildung, häufig zum Immobilienkaufmann, oder einschlägige Vertriebserfahrung
- Sicherer Umgang mit Grundbuch, Teilungserklärung und Mietvertrag
- Führerschein und Bereitschaft zu Abend- und Samstagsterminen
- Weiterbildung von zwanzig Stunden in drei Jahren, sofern an der erlaubnispflichtigen Tätigkeit mitgewirkt wird
- Genauigkeit bei Flächen-, Bau- und Energieangaben, weil daran die Haftung hängt
- Umgang mit Menschen in Erbfällen, Trennungen und anderen unfreiwilligen Verkaufsanlässen
Wo man arbeitet
- Maklerbüros und Immobilienabteilungen von Banken und Sparkassen
- Vermietungsabteilungen von Wohnungsunternehmen und Bestandshaltern
- Vertriebsgesellschaften von Bauträgern und Projektentwicklern
- Gewerbemaklerhäuser mit Schwerpunkt Büro, Handel oder Logistik
- Unterwegs zwischen Objekt, Notariat, Bauamt und Katasteramt
Der Weg in den Beruf
Der übliche Einstieg ist die dreijährige Ausbildung zum Immobilienkaufmann; darauf bauen der Geprüfte Immobilienfachwirt und ein immobilienwirtschaftliches Studium auf. Ebenso verbreitet ist der Quereinstieg aus Vertrieb, Einzelhandel, Bankberatung oder Kundenservice, weil weder Titel noch Tätigkeit an einen Abschluss gebunden sind. Wer quer einsteigt, sollte auf eine eingearbeitete Anfangszeit mit zugeteilten Objekten bestehen, statt sofort auf eigene Akquise gesetzt zu werden. Für die Erlaubnis nach § 34c GewO ist der Arbeitgeber zuständig, für die Weiterbildungspflicht von zwanzig Stunden in drei Jahren stehen Beschäftigte selbst mit in der Pflicht.
Offene Stellen als Immobilienmakler
In der Suche fortsetzenImmobilienmakler (m/w/d)
Senior Immobilienmakler (m/w/d)
Immobilienmakler (w/m/d) in Festanstellung - in Frankfurt am Main
Immobilienmakler Vermietung (m/w/d)
Immobilienmakler/in (m/w/d)
Immobilienmakler (m/w/d) - selbstständig in Hamburg, Kiel, Lübeck
Immobilienmakler im Vertrieb (m/w/d) - Real Estate Agent auf selbständiger Basis (gem. §§ 84, 92 HGB)
Verwandte Berufe
Immobilienberater
Immobilienberater begleiten Eigentümer und Kaufinteressenten durch Vermarktung und Kaufentscheidung – dieselbe Vermittlungsarbeit wie beim Makler, mit Schwerpunkt auf Beratung und meist ohne eigene Akquiseverantwortung.
- Offene Stellen
- 7
- Monatsbrutto
- 2.400 – 7.200 €
Immobilienkaufmann
Der anerkannte dreijährige Ausbildungsberuf der Immobilienwirtschaft und der Einstieg, über den ein großer Teil der Branche hereinkommt.
- Offene Stellen
- 30
- Monatsbrutto
- 2.300 – 5.400 €
Immobilienverwalter
Verwaltet Mietobjekte im Auftrag der Eigentümer: Mietverträge, Betriebskostenabrechnung, Instandhaltung und der tägliche Kontakt zu den Mietern.
- Offene Stellen
- 21
- Monatsbrutto
- 2.500 – 5.900 €
Selbstständiger Immobilienmakler
Immobilienvermittlung auf eigene Rechnung – als Handelsvertreter nach § 84 HGB, in freier Mitarbeit oder mit eigenem Gewerbe unter fremder Marke. Kein Fixum, keine Entgeltfortzahlung, und zwischen Auftrag und Provisionszahlung liegen regelmäßig Monate.
- Offene Stellen
- 39
- Monatsbrutto
- 1.300 – 12.000 €
Bewerbung und Einstieg
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