Immobilienkaufmann
Der anerkannte dreijährige Ausbildungsberuf der Immobilienwirtschaft und der Einstieg, über den ein großer Teil der Branche hereinkommt.
30 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Immobilienkaufmann verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.300 € | 2.600 € | 3.100 € | 31.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.000 € | 3.500 € | 4.300 € | 42.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.900 € | 4.400 € | 5.400 € | 52.800 € |
Die angegebenen Stufen beginnen nach dem Abschluss; die Ausbildungsvergütung während der drei Jahre ist darin nicht enthalten. Sie richtet sich danach, ob der Betrieb tarifgebunden ist: Der Tarifvertrag der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft liegt in allen drei Jahren deutlich über der gesetzlichen Mindestvergütung nach § 17 BBiG, kommunale Gesellschaften zahlen teils nach TVöD, ein nicht gebundenes Verwaltungsbüro zahlt, was der Markt hergibt. Nach dem Abschluss entscheiden vier Größen über den Betrag: Tarifbindung, Art des Hauses, Region und der Umfang des Bestands, für den eingestanden wird. Der Sprung von der inhabergeführten Verwaltung ins gewerbliche Property Management ist die häufigste Gehaltsbewegung der ersten fünf Berufsjahre, und sie geschieht fast immer durch Wechsel.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Immobilienkaufmann?
Er bewirtschaftet Immobilien kaufmännisch: Mietverhältnisse begründen, führen und beenden, Betriebs- und Heizkosten abrechnen, Hausgeld sollstellen, Instandhaltung beauftragen und abnehmen, Wohnungen vermieten, Eigentümerversammlungen vorbereiten. Die Ausbildung ist bundesweit nach dem Berufsbildungsgesetz geregelt; maßgeblich ist die Verordnung über die Berufsausbildung zum Immobilienkaufmann und zur Immobilienkauffrau von 2011, die den früheren Kaufmann in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft abgelöst hat.
Der Beruf heißt überall gleich und sieht in jedem dritten Betrieb anders aus. In einer kommunalen Wohnungsgesellschaft liegt das Gewicht auf Bewirtschaftung, Abrechnung und Mieterkontakt, in einer Hausverwaltung auf Versammlungen, Beschlüssen und Handwerkersteuerung, in einem Maklerbüro auf Akquise und Besichtigung, bei einem Bestandshalter auf Objektbuchhaltung und Reporting. Dieselbe Urkunde, verschiedene Berufsbilder — und die Weiche stellt die Wahl des Ausbildungsbetriebs, nicht die Prüfung am Ende.
Wie wird man Immobilienkaufmann?
Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben; faktisch stellen die Häuser überwiegend mit mittlerem Abschluss oder Abitur ein, weil Betriebskostenrecht und Abrechnung ohne sicheres Rechnen und sauberes Deutsch nicht zu machen sind. Die Regelzeit beträgt drei Jahre, dual aus Betrieb und Berufsschule. Verkürzen ist verbreitet: Mit Abitur sind sechs Monate üblich, mit guten Leistungen kommt auf Antrag eine weitere Verkürzung in Betracht. Der Preis dafür sind genau die Monate, in denen eine Versammlungssaison und ein vollständiger Abrechnungslauf einmal durchlaufen werden.
Geprüft wird zweistufig, nicht gestreckt: Die Zwischenprüfung liegt in der Mitte und zählt nicht ins Ergebnis, die Abschlussprüfung besteht aus den schriftlichen Bereichen Immobilienwirtschaft, Kaufmännische Steuerung und Kontrolle sowie Wirtschafts- und Sozialkunde und aus einem fallbezogenen Fachgespräch. Dieses Fachgespräch stützt sich auf eine Wahlqualifikation, die der Betrieb festlegt — Wohnungseigentumsverwaltung, Maklergeschäft, Bauprojektmanagement, Erwerb und Veräußerung, kaufmännische Steuerung. Sie ist der Hebel, über den kaum jemand spricht, weil sie mitbestimmt, in welche Richtung das Zeugnis gelesen wird. Die Vergütung folgt entweder dem Tarifvertrag der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, dem TVöD in kommunalen Gesellschaften, oder sie wird frei verhandelt und liegt dann mitunter nahe an der gesetzlichen Mindestausbildungsvergütung nach § 17 BBiG. Die nützlichere Frage im Gespräch lautet deshalb nicht, wie hoch sie ist, sondern ob nach Tarif gezahlt wird und nach welchem.
Was der Beruf verlangt
Der unbeliebteste Teil ist der tragfähigste: Buchführung, Kostenrechnung, Zahlungsverkehr, Mahnwesen. Er ist der Grund, warum Immobilienkaufleute später in die Objektbuchhaltung oder ins Controlling wechseln können. Der fehleranfälligste Teil ist die Bewirtschaftung, weil dort das meiste Recht steckt und eine verfristete Abrechnung unmittelbar Geld kostet. Dazu kommt der Umgang mit Menschen, die anrufen, weil etwas nicht funktioniert oder zu teuer ist — das ist der Alltag und nicht die Ausnahme.
Aussichten
Die Übernahmequote ist in der Wohnungswirtschaft traditionell hoch, weil die Häuser ausbilden, um zu behalten. Danach stehen fünf Richtungen offen, ohne dass neu qualifiziert werden müsste: Miet- oder WEG-Verwaltung mit eigenem Bestand, Objektbuchhaltung, Property Management, Vermietung und Vertrieb, technisches Objektmanagement über eine Zusatzqualifikation. Ein Nebeneffekt wiegt schwer: Wer die Ausbildung hat, gilt nach der Zertifizierte-Verwalter-Prüfungsverordnung als der Prüfung nach § 26a WEG gleichgestellt und ist damit für jede Verwaltung interessant, die zertifiziert bestellt werden will. Der geregelte Aufstieg führt über den Geprüften Immobilienfachwirt.
Aufgaben
- Mietverträge vorbereiten, abschließen, ändern und beenden
- Betriebs- und Heizkostenabrechnungen erstellen und Einwendungen bearbeiten
- Hausgeld und Miete sollstellen, offene Posten überwachen, Mahnläufe fahren
- Wohnungen und Gewerbeflächen anbieten, besichtigen und übergeben
- Instandhaltungsaufträge einholen, vergeben, abnehmen und Rechnungen prüfen
- Eigentümerversammlungen vorbereiten und Beschlüsse dokumentieren
- Buchführung, Kostenrechnung und Zahlungsverkehr im Objektbezug führen
- Kundenanfragen und Beschwerden schriftlich und am Telefon bearbeiten
Voraussetzungen
- Kein vorgeschriebener Schulabschluss; üblich sind mittlerer Abschluss oder Abitur
- Sicheres Rechnen und fehlerfreies Deutsch, weil beides täglich sichtbar wird
- Interesse an Recht, besonders am Miet- und Wohnungseigentumsrecht
- Sorgfalt im Umgang mit Fristen und Belegen
- Freundlichkeit unter Druck, auch im dritten Gespräch desselben Tages
- Bereitschaft, an Eigentümerversammlungen am Abend teilzunehmen
Wo man arbeitet
- Kommunale Wohnungsgesellschaften und Wohnungsgenossenschaften
- Hausverwaltungen mit Miet- und WEG-Beständen
- Konzern-Bestandshalter mit Kundenservice und Objektmanagement
- Makler- und Vermietungsbüros
- Objektbuchhaltung und kaufmännisches Property Management
Der Weg in den Beruf
Drei Jahre dual, geregelt durch die Ausbildungsverordnung von 2011, mit Zwischenprüfung nach der Hälfte und einer Abschlussprüfung aus drei schriftlichen Bereichen und einem fallbezogenen Fachgespräch. Eine Verkürzung auf zweieinhalb Jahre ist mit Abitur üblich, eine weitere auf Antrag bei guten Leistungen möglich. Für ältere Seiteneinsteiger gibt es den zweijährigen Umschulungsweg, der unter Umständen über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert wird. Nach dem Abschluss folgen typischerweise ein bis zwei Jahre Zuarbeit, bevor ein eigener Bestand übergeben wird; die geregelte Aufstiegsfortbildung ist der Geprüfte Immobilienfachwirt.
Offene Stellen als Immobilienkaufmann
In der Suche fortsetzenAusbildung zur/zum Immobilienkauffrau / Immobilienkaufmann (w/m/d)
Ausbildung zum Immobilienkaufmann (w/m/d)
Immobilienkauffrau/-mann (m/w/d)
Ausbildung zum Immobilienkaufmann (m/w/d)
Immobilienkauffrau/Immobilienkaufmann (m/w/d) - Ein starkes Team sucht Ihre Unterstützung!
Immobilienkauffrau/-mann (m/w/d) – befristet als Elternzeitvertretung
Immobilienkaufmann / Immobilienkauffrau (m/w/d)
Verwandte Berufe
Duales Studium Immobilienwirtschaft
Bachelor im Wechsel zwischen Hochschule und Betrieb, sechs bis sieben Semester lang, und der zweite große Einstieg in die Branche neben der Ausbildung.
- Offene Stellen
- 27
- Monatsbrutto
- 2.700 – 6.500 €
Immobilienverwalter
Verwaltet Mietobjekte im Auftrag der Eigentümer: Mietverträge, Betriebskostenabrechnung, Instandhaltung und der tägliche Kontakt zu den Mietern.
- Offene Stellen
- 21
- Monatsbrutto
- 2.500 – 5.900 €
Kaufmännischer Property Manager
Der Kaufmännische Property Manager führt die Zahlen- und Vertragsseite der Objektbewirtschaftung: Nebenkostenabrechnung, Mietanpassungen, Forderungsmanagement und die Stammdaten, auf denen jedes Reporting aufsetzt.
- Offene Stellen
- 8
- Monatsbrutto
- 2.800 – 6.400 €
Sachbearbeiter Immobilien
Ein Sammeltitel, kein Berufsbild: Dahinter steckt kaufmännische Facharbeit in einem abgegrenzten Ausschnitt der Immobilienwirtschaft, und welcher Ausschnitt gemeint ist, verrät erst die Anzeige.
- Offene Stellen
- 2
- Monatsbrutto
- 2.200 – 4.900 €
WEG-Verwalter
Verwaltet das gemeinschaftliche Eigentum einer Wohnungseigentümergemeinschaft nach dem Wohnungseigentumsgesetz: Wirtschaftsplan, Jahresabrechnung, Beschlussumsetzung und die Versammlung, in der darüber abgestimmt wird.
- Offene Stellen
- 26
- Monatsbrutto
- 2.550 – 6.200 €
Bewerbung und Einstieg
- Das Anschreiben: eine Seite, vier Absätze, keine Floskeln In einer Branche, die jeden Vorgang dokumentiert, ist das Anschreiben die erste Arbeitspro...
- Quereinstieg in die Immobilienwirtschaft: fünf offene Türen Die Branche stellt quer ein, aber nicht überall gleich gern. Wo Seiteneinsteiger tatsächli...
- Der Lebenslauf: Einheiten, Quadratmeter, Nachweise Wer in dieser Branche einen Lebenslauf ohne Zahlen einreicht, verschenkt die Hälfte. Welch...