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Immobilienkaufleute & Ausbildung

Duales Studium Immobilienwirtschaft

Bachelor im Wechsel zwischen Hochschule und Betrieb, sechs bis sieben Semester lang, und der zweite große Einstieg in die Branche neben der Ausbildung.

27 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Duales Studium Immobilienwirtschaft verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.000 € 3.600 € 36.000 €
Mit Berufserfahrung 3.300 € 3.900 € 4.800 € 46.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.400 € 5.100 € 6.500 € 61.200 €

Die angegebenen Stufen gelten nach dem Abschluss und nicht für die Studienzeit. Während des Studiums hängt alles am Modell: eine monatliche Vergütung vom Praxispartner, die im ausbildungsintegrierten Fall der Ausbildungsvergütung entspricht, im praxisintegrierten Fall frei vereinbart wird — abzüglich der Studiengebühren, sofern sie nicht übernommen werden. Die ehrliche Rechnung ist Gebühren mal Semesterzahl gegen Vergütung mal Monate, gemessen an der tariflichen Ausbildungsvergütung der Wohnungswirtschaft. Nach dem Abschluss liegt der Einstieg in transaktions- und kapitalnahen Häusern spürbar über dem der operativen Verwaltung, dafür ist er dort auch stärker an Bonusbestandteile und an den Standort gebunden.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was ist das duale Studium Immobilienwirtschaft?

Ein Bachelorstudium in sechs bis sieben Semestern, das mit Praxisphasen in einem Unternehmen verschränkt ist. Die Studiengänge heißen Immobilienwirtschaft, Immobilienmanagement, BWL mit immobilienwirtschaftlichem Schwerpunkt oder Wirtschaftsingenieurwesen mit Facility Management. Gelehrt wird, was die Ausbildung nicht abdeckt: Investitionsrechnung, Bewertung, Finanzierung, Projektentwicklung, Portfolio- und Asset Management, Immobilienrecht, Bau- und Gebäudetechnik — und daneben dasselbe Handwerk aus Bewirtschaftung und Abrechnung, allerdings kürzer.

Entscheidend ist das Modell, und es steht selten deutlich in der Anzeige. Ausbildungsintegriert bedeutet: parallel ein anerkannter Ausbildungsvertrag, meist zum Immobilienkaufmann, am Ende zwei Abschlüsse. Praxisintegriert bedeutet: kein Ausbildungsvertrag, sondern ein Praktikanten-, Volontariats- oder Arbeitsvertrag beim Praxispartner, am Ende der Bachelor und sonst nichts. Das ist das mit Abstand häufigste Modell. Der Unterschied ist keine Formalie: Endet die Zusammenarbeit im zweiten Jahr, steht im ersten Fall ein Ausbildungsvertrag mit Kammerzuständigkeit und Schlichtung im Raum, im zweiten ein gekündigter Arbeitsvertrag und ein Studienplatz, der weiterfinanziert werden will.

Wie kommt man hinein?

Verlangt wird die Hochschulzugangsberechtigung und ein Platz bei einem Praxispartner; welche Seite zuerst zusagt, hängt vom Anbieter ab. Ein großer Teil der Anzeigen stammt nicht von Unternehmen, sondern von Hochschulen, die einen Studienplatz bewerben und den Praxispartner erst noch suchen — dann ist die Anzeige ein Studiengang und keine Stelle. An staatlichen Hochschulen und den Dualen Hochschulen der Länder fallen keine oder geringe Gebühren an, an privaten Hochschulen liegen sie im vierstelligen Bereich je Semester. Vier Konstruktionen sind üblich: Der Praxispartner zahlt Gebühren und Vergütung, er zahlt nur die Gebühren, er zahlt nur eine Vergütung, oder er stellt allein den Praxisplatz. Nur die erste Variante ist finanziell besser als eine Ausbildung, und wer die Gebühren tragen lässt, findet fast immer eine Bindungsklausel im Vertrag: Rückzahlung bei Kündigung innerhalb einer Frist nach dem Abschluss. Solche Klauseln sind nicht grundsätzlich unwirksam, aber häufig — die Rechtsprechung verlangt eine Bindungsdauer im Verhältnis zu Dauer und Wert der Ausbildung und eine Staffelung, die monatlich abschmilzt.

Was das Studium verlangt

Der Takt ist eng. Praxisphasen und Vorlesungsblöcke wechseln ohne Semesterferien im üblichen Sinn, Prüfungen fallen in Zeiten, in denen der Betrieb ebenfalls liefert, und ein wachsender Teil der Studiengänge findet am virtuellen Campus statt. Das ist für manche ideal und für andere der Grund, im dritten Semester abzubrechen. Zur Prüfung des Praxispartners gehört dieselbe Frage wie bei jedem Arbeitgeber: Wie groß ist das Haus, wie viele Objekte betreut es, wer außer der Geschäftsführung ist für die Anleitung zuständig, und wie sieht die Rotation durch die Abteilungen aus.

Aussichten

Der Bachelor öffnet, was der IHK-Abschluss allein nicht öffnet: Asset Management, Projektentwicklung, Transaktion, Research und die Trainee-Programme der großen Bestandshalter und Dienstleister. Diese Häuser schreiben einen Hochschulabschluss in die Anzeige und meinen ihn. In der operativen Verwaltung, in der Objektbetreuung und in der Vermietung zählt dagegen, wer eine Abrechnung erstellen und eine Versammlung leiten kann; dort ist ein Bachelor ohne diese Praxis kein Vorsprung. Wer die Gleichstellung mit der Prüfung zum zertifizierten Verwalter mitnehmen will, sollte auf den immobilienwirtschaftlichen Schwerpunkt des Studiums achten — an ihm hängt sie, nicht am Wort dual.

Aufgaben

  • Vorlesungs- und Praxisphasen im festen Wechsel absolvieren und beide Seiten benoten lassen
  • Im Praxisbetrieb Abteilungen durchlaufen: Verwaltung, Vermietung, Buchhaltung, Technik
  • Investitions-, Bewertungs- und Finanzierungsrechnungen aufstellen und prüfen
  • Objekt- und Portfoliodaten auswerten und für Berichte aufbereiten
  • Mitarbeit an Projektentwicklungen, Ankaufsprüfungen oder Mietvertragsverhandlungen
  • Praxisberichte und Studienarbeiten zu Themen des eigenen Betriebs schreiben
  • Bachelorarbeit an einer Fragestellung aus dem Praxispartner

Voraussetzungen

  • Allgemeine oder fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung
  • Vertrag mit einem Praxispartner oder die Bereitschaft, ihn selbst zu suchen
  • Geklärte Finanzierung der Studiengebühren, bei privaten Hochschulen vierstellig je Semester
  • Selbstorganisation, weil Prüfungszeit und betriebliche Spitzen zusammenfallen
  • Zahlenfestigkeit für Investitionsrechnung, Bewertung und Rechnungswesen
  • Bereitschaft, Lehrveranstaltungen gegebenenfalls virtuell zu besuchen

Wo man arbeitet

  • Private und staatliche Hochschulen sowie Duale Hochschulen der Länder
  • Bestandshalter, Fondsgesellschaften und Asset Manager als Praxispartner
  • Property-Management-Dienstleister und größere Hausverwaltungen
  • Projektentwickler und Bauträger
  • Wohnungsunternehmen und Genossenschaften mit eigener Nachwuchsplanung

Der Weg in den Beruf

Nach der Hochschulzugangsberechtigung folgt die doppelte Bewerbung: bei der Hochschule um den Studienplatz und beim Unternehmen um den Praxisvertrag. Ausbildungsintegrierte Modelle enden mit Bachelor und IHK-Abschluss und sind der einzige Weg, der beide Richtungen offenhält; praxisintegrierte Modelle enden mit dem Bachelor allein und sind der Regelfall des Angebots. Nach dem Abschluss ist der Einstieg als Junior im Asset oder Property Management, im Transaktionsbereich oder in einem Trainee-Programm üblich. Wer schon weiß, dass die Bestandsverwaltung das Ziel ist, fährt mit der dreijährigen Ausbildung zum Immobilienkaufmann in aller Regel besser und schneller.

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