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Bewerbung

Der Lebenslauf: Einheiten, Quadratmeter, Nachweise

Wer in dieser Branche einen Lebenslauf ohne Zahlen einreicht, verschenkt die Hälfte. Welche Angaben zu jeder Station gehören, wie man Nachweise darstellt und was bei Lücken und Wechseln zu tun ist.

4 Min. Lesezeit von Steven Schulz

Ein Lebenslauf in der Immobilienwirtschaft wird anders gelesen als in anderen Branchen. Der Leser sucht nicht nach Persönlichkeit, sondern nach Vergleichbarkeit: Wie groß war der Bestand, welche Nutzungsart, wie viel Verantwortung, welche Nachweise.

Das ist eine gute Nachricht, denn es macht die Arbeit am Lebenslauf zu einer Rechenaufgabe statt zu einer Stilfrage.

Die Angaben, die zu jeder Station gehören

Unter jede Position gehören drei bis fünf Zeilen, und sie sollten diese Größen enthalten:

In der Verwaltung: Zahl der Einheiten, Zahl der Gemeinschaften oder Objekte, Art der Verwaltung (WEG, Miete, Sondereigentum), ob Sie Versammlungen selbst geleitet haben, ob Sie Abrechnungen selbst erstellt haben, die eingesetzte Software.

Im Facility Management: Zahl und Art der Liegenschaften, Bruttogrundfläche oder Mietfläche, Gewerke, die Sie selbst ausführen, Gewerke, die Sie steuern, Zahl der unterstellten Mitarbeiter und Nachunternehmer, Budgetrahmen.

Im Property Management: Portfoliogröße, Mietfläche, Zahl der Mietverhältnisse und der Anteil Gewerbe, Reportingturnus, Eigentümerart.

In der Vermietung: Zahl der vermittelten Einheiten im Jahr, durchschnittliche Vermarktungsdauer, Art der Objekte.

In der Buchhaltung: Zahl der Objekte oder Gesellschaften, Abschlusssicherheit, Systeme.

Eine Station ohne solche Angaben wird als „hat dort gearbeitet" gelesen. Eine mit ihnen wird als „kann das" gelesen.

Die Software gehört nach oben

In diesem Feld ist die eingesetzte Immobiliensoftware ein hartes Einstellungskriterium – nicht, weil sie schwer zu lernen wäre, sondern weil ein Haus, das dreißig Bewerbungen hat, damit vorsortiert.

Machen Sie daraus einen eigenen Block und schreiben Sie die Tiefe dazu, nicht nur den Namen: Stammdatenpflege, Sollstellung, Mahnlauf, Nebenkostenabrechnung, Auswertungen. Dazu, was sonst genutzt wird – Ticketsysteme, CAFM, Tabellenkalkulation auf welchem Niveau.

Der Block, den nur diese Branche hat

Im technischen Bereich gibt es einen eigenen Abschnitt, und er ist wichtiger als jede Schulungsteilnahme: Befähigungen und Nachweise.

Nennen Sie sie einzeln, mit Datum und, wo es eine gibt, mit der Angabe der Gültigkeit oder der letzten Auffrischung:

  • Elektrofachkraft, elektrotechnisch unterwiesene Person, Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten
  • Schaltberechtigung, mit Spannungsebene
  • befähigte Person nach Betriebssicherheitsverordnung, für welche Arbeitsmittel
  • Sachkunde Trinkwasserhygiene, Kältemittel nach F-Gas-Verordnung, Brandschutzabschottung
  • verantwortliche Elektrofachkraft, Brandschutzbeauftragter, Sicherheitsbeauftragter
  • Erste Hilfe, Arbeiten in Höhen, Staplerschein

Die Einordnung, welche davon was bewirken, steht in Qualifikationen im Facility Management.

Im kaufmännischen Bereich gehört an dieselbe Stelle der Fortbildungsabschluss – Immobilienfachwirt, Betriebswirt, Sachkundenachweise, die Weiterbildungsstunden nach der Gewerbeordnung, siehe Weiterbildung für Immobilienkaufleute.

Reihenfolge und Form

Umgekehrt chronologisch, die aktuelle Position zuerst. Zwei Seiten, bei langen Laufbahnen drei, wobei die ersten Jahre dann auf jeweils eine Zeile schrumpfen.

Ein Foto ist nicht vorgeschrieben und in dieser Branche üblich; wer keines beifügt, wird deshalb nicht aussortiert. Geburtsdatum und Familienstand sind freiwillig.

Der Führerschein gehört hinein, und zwar mit Klasse. In der Objektbetreuung und in der Verwaltung ist er faktisch Voraussetzung, weil zu den Terminen gefahren wird.

Lücken

Sie sind kein Problem, solange sie erklärt und nicht versteckt sind. Elternzeit, Pflege von Angehörigen, Krankheit, Umzug, Weiterbildung, Arbeitslosigkeit – alles davon steht besser mit einer Zeile im Lebenslauf als unerwähnt zwischen zwei Jahreszahlen. Die Lücke, die im Gespräch auffällt, ist schlimmer als die, die im Papier steht.

Ein Hinweis, der speziell hier gilt: Wer Monate als selbständiger Makler oder freier Mitarbeiter gearbeitet hat und davon nicht leben konnte, sollte das als Station führen und nicht verschweigen. Es ist eine verbreitete Erfahrung – warum, steht in Maklerstellen: Anstellung oder Provision –, und sie erklärt sich in einem Satz.

Häufige Wechsel

In der Dienstleisterlandschaft des Gebäudemanagements sind sie normal: Mandate wechseln, Betriebe werden übernommen, ganze Teams gehen nach § 613a BGB mit dem Auftrag auf einen neuen Arbeitgeber über. Wer das nicht erklärt, sieht auf dem Papier sprunghaft aus.

Schreiben Sie es dazu: „Betriebsübergang im Rahmen eines Mandatswechsels" ist eine Zeile und räumt die Frage aus, bevor sie gestellt wird.

Was weggelassen gehört

Interessen, es sei denn, sie sind einschlägig – ein Ehrenamt im Verwaltungsbeirat der eigenen Eigentümergemeinschaft ist es, Lesen und Reisen nicht. Schulnoten aus dem letzten Jahrhundert. Weiterbildungen, die ein Nachmittag waren, wenn daneben ein Fachwirt steht. Und Selbstbeschreibungen jeder Art – der Lebenslauf ist eine Liste, keine Charakterisierung.

Die Anlagen

Arbeitszeugnisse vollständig und in der Reihenfolge des Lebenslaufs, Ausbildungs- und Fortbildungszeugnisse, die Nachweise aus dem technischen Block. Ein Deckblatt ist Geschmackssache, eine Nummerierung der Seiten nicht.

Wie die Zeugnisse zu lesen sind, die Sie einreichen, steht in Das Arbeitszeugnis verstehen. Wenn Sie aus ungekündigter Stellung heraus suchen, gelten für die Unterlagen ein paar Besonderheiten – siehe Bewerbung aus ungekündigter Stellung.

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