Was hier gearbeitet wird
Die kaufmännische und technische Führung von Objekten im Auftrag eines Eigentümers – meist institutionell, meist gewerblich genutzt. Mietvertragsmanagement einschließlich Indexierung und Optionen, Nebenkostenabrechnung, Budgetplanung, Steuerung des technischen Managements, Vermietungsunterstützung und ein Reporting, das zu festen Terminen steht.
Die Rolle teilt sich häufig in kaufmännisches und technisches Property Management. Beide sitzen im selben Objektteam; die eine Seite führt Verträge und Zahlen, die andere Instandhaltung, Gewährleistung und Ausschreibung.
Der Unterschied zur Hausverwaltung
Es ist derselbe Arbeitsmarkt und ein anderes Geschäftsmodell. Ein WEG-Verwalter wird von Eigentümern bezahlt, die über sein Honorar in der Versammlung abstimmen. Ein Property Manager wird von einem institutionellen Eigentümer bezahlt, für den das Managementhonorar neben Mieteinnahmen im Millionenbereich eine kleine Position ist.
Das erklärt den Gehaltsabstand besser als jedes Kompetenzargument – und es macht den Wechsel aus der Wohnungsverwaltung hierher zur verlässlichsten Gehaltsbewegung der ersten Berufsjahre. Was dabei zu lernen ist, steht in Property Manager werden.
Der Weg hinein
Ausbildung zum Immobilienkaufmann, Immobilienfachwirt oder ein immobilienwirtschaftliches Studium; im technischen Zweig auch Versorgungstechnik, Bauingenieurwesen oder Facility Management.
Zwei Dinge sind faktisch harte Kriterien: die eingesetzte Immobiliensoftware, die in den Anzeigen namentlich steht, und bei internationalen Eigentümern Englisch – weil auf Englisch berichtet wird.
Wie die Arbeit aussieht
Sie ist stichtaggetrieben. Monatsreporting, Quartalsabschluss, Budgetrunde, Forecast, Nebenkostenlauf – Termine, die nicht verschiebbar sind. Dazwischen liegt das Tagesgeschäft mit Mietern, Dienstleistern und dem Asset Manager auf der anderen Seite des Jour fixe.
Wer aus der Bestandsverwaltung kommt, unterschätzt den Berichtsteil fast immer und die eigene Stärke in der Konfliktmoderation ebenso.
Vor der Bewerbung
Property Management ist Mandatsgeschäft. Fragen Sie nach der Restlaufzeit des Mandats, auf dem die Stelle sitzt, und nach der Fluktuation im Team. Verliert der Dienstleister ein Mandat, ändert sich Ihre Arbeit über Nacht; gewinnt er eines, sind es zwanzig Objekte in vier Wochen.
Und nennen Sie im Lebenslauf Zahlen: Portfoliogröße, Mietfläche, Zahl der Mietverhältnisse und der Anteil Gewerbe. Ohne sie wird eine Station als „hat dort gearbeitet" gelesen – siehe Der Lebenslauf.
Was das Feld verlangt
Genauigkeit unter Termindruck und die Bereitschaft, Zahlen zu verteidigen. Eine Nebenkostenabrechnung im Gewerbe wird von jemandem geprüft, der sie prüfen kann – das ist anspruchsvoller als der Streit um eine Wohnungsabrechnung und in der Sache fairer.