Haustechniker Elektrotechnik
Haustechnik mit Elektro-Befähigung: Verteilungen, Schaltanlagen, Netzersatz und die Prüfungen nach DGUV Vorschrift 3. Wer als verantwortliche Elektrofachkraft bestellt wird, übernimmt damit auch die Haftung.
9 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Haustechniker Elektrotechnik verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.550 € | 2.900 € | 3.500 € | 34.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.150 € | 3.700 € | 4.550 € | 44.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.950 € | 4.700 € | 5.900 € | 56.400 € |
Der Abstand zur allgemeinen Haustechnik entsteht nicht durch die Bezeichnung, sondern durch die Befähigung und die Haftung. Die schriftliche Bestellung als verantwortliche Elektrofachkraft wird in vielen Häusern gesondert vergütet, oft als monatliche Funktionszulage; dasselbe gilt für eine Schaltberechtigung in der Mittelspannung. Objekte mit Netzersatzanlage, unterbrechungsfreier Stromversorgung oder Sicherheitsstromversorgung zahlen besser als der Wohnbestand, weil ein Ausfall dort unmittelbar teuer wird. Hinzu kommen Rufbereitschaftspauschalen und Zuschläge für Nachtarbeit, die in diesem Beruf häufiger anfallen als anderswo in der Haustechnik – geplante Freischaltungen finden außerhalb der Betriebszeit statt. Wer eine Zulage für die Bestellung verhandelt, sollte zugleich klären, welche Organisationsmittel und welches Budget zu dieser Verantwortung gehören.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Haustechniker Elektrotechnik?
Derselbe Arbeitsplatz wie in der allgemeinen Haustechnik – aber mit dem Teil, den die Kollegen nicht anfassen dürfen. Er arbeitet an Unter- und Hauptverteilungen, tauscht Schutzorgane, misst Isolationswiderstand, Schleifenimpedanz und RCD-Auslösung, nimmt Stromkreise nach Umbauten ab und dokumentiert nach DIN VDE 0100-600 und DIN VDE 0105-100. Die Anlagendokumentation fortzuschreiben ist in Bestandsgebäuden regelmäßig die größte Baustelle: Stromlaufpläne und Wirklichkeit sind über zwanzig Jahre auseinandergelaufen, und niemand weiß mehr, welcher Abgang welche Etage versorgt.
Dazu kommt der Prüfblock, der diesen Arbeitsplatz definiert. Ortsfeste elektrische Anlagen und Betriebsmittel alle vier Jahre, ortsveränderliche Geräte je nach Gefährdungsbeurteilung im Jahres- bis Zweijahresrhythmus, Sicherheitsbeleuchtung und Netzersatzanlage nach eigenen Fristen, dazu der monatliche Funktionstest der Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen. In größeren Objekten kommen Mittelspannungsübergabe, USV und Blitzschutz hinzu; das Schalten in der Mittelspannung setzt eine betrieblich erteilte Schaltberechtigung voraus, die an eine Schulung und an das konkrete Objekt gebunden ist. Der dritte Block ist die Schnittstelle zur Sicherheitstechnik: Brandmelde- und Sprachalarmanlagen, Zutrittskontrolle, Videotechnik, Aufzugsnotruf, die Anbindung an die Gebäudeleittechnik. Hier trifft Elektrotechnik auf Netzwerk und Bussysteme, und hier entstehen die Störungen, die nicht am Gerät, sondern in der Parametrierung liegen.
Wie wird man Haustechniker Elektrotechnik?
Über die elektrotechnische Ausbildung – Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Elektroniker für Betriebstechnik oder die älteren Abschlüsse Elektroinstallateur und Energieelektroniker. Ohne sie geht es nicht: Der Status der Elektrofachkraft entsteht aus fachlicher Ausbildung, Kenntnissen und Erfahrung und lässt sich nicht durch ein Wochenendseminar erzeugen.
Darauf setzen zwei Stufen auf. Die Schaltberechtigung wird vom Betrieb schriftlich erteilt. Und die verantwortliche Elektrofachkraft nach DIN VDE 1000-10 übernimmt die Unternehmerpflichten für den Bereich Elektrotechnik – Organisation, Beauftragung, Aufsicht, Gefährdungsbeurteilung. Auch sie wird schriftlich bestellt, und wer bestellt ist, haftet persönlich für das, was in seinem Bereich passiert. Das ist der Grund, warum diese Rolle besser bezahlt wird als die allgemeine Haustechnik – und der Grund, sie nicht nebenbei anzunehmen.
Was der Beruf verlangt
Disziplin an einer Stelle, an der Abkürzungen tödlich sind. Die fünf Sicherheitsregeln – freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit feststellen, erden und kurzschließen, benachbarte Teile abdecken – stehen in jedem Lehrgang und werden trotzdem unter Zeitdruck übergangen. Genau dieser Zeitdruck ist der Alltag: Eine geplante Freischaltung trifft immer jemanden, der gerade nicht ohne Strom sein will, und die Verhandlung darüber führt der Haustechniker. Rufbereitschaft, Nacht- und Wochenendarbeit gehören dazu, weil Abschaltungen im laufenden Betrieb nicht möglich sind. Dazu enge Technikräume, Staub aus vierzig Jahren, Arbeiten über Kopf im Deckenhohlraum und die Dokumentation danach.
Aussichten
Elektrofachkräfte sind in diesem Markt die knappste Gruppe, und das ändert sich absehbar nicht. Ladeinfrastruktur, Photovoltaik mit Speicher, Messkonzepte für Mieterstrom, Gebäudeautomation und die Elektrifizierung der Wärmeerzeugung bringen laufend neue Anlagenteile in Bestandsgebäude, für die es Personal mit Befähigung braucht. Wer bleiben will, wächst über verantwortliche Elektrofachkraft und Schaltberechtigung in größeren Objekten weiter. Wer wechseln will, geht in den technischen Einkauf, in die Objektleitung oder als technischer Property Manager auf die Auftraggeberseite – mit dem Vorteil, dass er Angebote und Prüfberichte lesen kann, ohne jemandem glauben zu müssen.
Aufgaben
- Arbeiten an Unter- und Hauptverteilungen, Schutzorganen, Leitungsnetzen und Beleuchtungsanlagen
- Wiederkehrende Prüfungen nach DGUV Vorschrift 3 durchführen, veranlassen und dokumentieren
- Messen und Bewerten von Isolationswiderstand, Schleifenimpedanz und Auslösung der Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen
- Schalthandlungen im Rahmen der erteilten Schaltberechtigung, Probeläufe von Netzersatzanlage und USV
- Betreuung von Brandmelde-, Sicherheitsbeleuchtungs-, Zutritts- und Videoanlagen an der Schnittstelle zur Gebäudeleittechnik
- Fortschreiben von Stromlaufplänen, Verteilerdokumentation und Prüfbüchern
- Fachliche Aufsicht über Elektro-Nachunternehmer und Abnahme ihrer Leistungen
- Unterweisung von elektrotechnisch unterwiesenen Personen im eigenen Team
Voraussetzungen
- Abgeschlossene elektrotechnische Ausbildung, etwa Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik oder für Betriebstechnik
- Status der Elektrofachkraft nach den Unfallverhütungsvorschriften, in größeren Objekten zusätzlich Schaltberechtigung
- Bereitschaft, sich als verantwortliche Elektrofachkraft nach DIN VDE 1000-10 bestellen zu lassen
- Kenntnis der einschlägigen Normenreihe DIN VDE 0100 und 0105 sowie der Prüffristen
- Bereitschaft zu Rufbereitschaft, Nacht- und Wochenendeinsätzen bei geplanten Freischaltungen
- Sorgfalt in der Dokumentation und die Fähigkeit, eine Abschaltung mit Nutzern zu verhandeln
- Führerschein Klasse B
Wo man arbeitet
- Büro- und Verwaltungsgebäude mit eigener Mittelspannungsübergabe
- Kliniken, Labore und Rechenzentren mit Netzersatzanlage und unterbrechungsfreier Stromversorgung
- Einkaufszentren, Hotels und Bahnhöfe mit umfangreicher Sicherheitstechnik
- Produktions- und Logistikstandorte mit eigener Energieverteilung
- Öffentliche Liegenschaften und Schulzentren in kommunaler Trägerschaft
Der Weg in den Beruf
Grundlage ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung in der Elektrotechnik, üblicherweise als Elektroniker der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik oder Betriebstechnik; ältere Abschlüsse wie Elektroinstallateur oder Energieelektroniker gelten gleichwertig. Der Status der Elektrofachkraft folgt aus dieser Ausbildung samt Kenntnissen und Erfahrung und ist nicht nachträglich erwerbbar. Aufgesetzt werden die betrieblich erteilte Schaltberechtigung für Mittel- und Hochspannungsanlagen, die Bestellung als verantwortliche Elektrofachkraft nach DIN VDE 1000-10 und die Qualifikation als befähigte Person für elektrische Prüfungen nach Betriebssicherheitsverordnung. Wer über die Objektebene hinauswill, geht danach über den Elektrotechnikermeister, den staatlich geprüften Techniker oder den Fachwirt für Facility Management.
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