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Facility Management & Objektbetreuung

Facility Manager

Der Facility Manager hält ein Gebäude oder ein Portfolio in Betrieb: Wartung, Prüffristen, Fremdfirmen, Energie und Betriebskostenbudget. Er arbeitet für den, der das Gebäude nutzt, und steht dafür ein, dass von ihm keine Gefahr ausgeht.

39 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Facility Manager verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.300 € 3.900 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.700 € 4.400 € 5.400 € 52.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.600 € 5.500 € 7.200 € 66.000 €

Den größten Unterschied macht die Seite des Marktes: Dienstleister zahlen am Einstieg marktnah und in den mittleren Stufen meist weniger als Eigentümer, Konzerne mit eigener Liegenschaftsabteilung oder Arbeitgeber mit Tarifbindung. Dazu kommen die Größe des verantworteten Portfolios und die Anlagentechnik im Objekt – ein Rechenzentrum, ein Labor oder eine Klinik wird anders bezahlt als ein Bürohaus. Zulagen für Rufbereitschaft und Einsätze außerhalb der Regelarbeitszeit sind in den Monatswerten nicht enthalten und können den Abstand zwischen zwei sonst gleichen Stellen erklären.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Facility Manager?

Er hält ein Gebäude oder ein Portfolio in Betrieb. Im Tagesgeschäft heißt das: Wartungs- und Prüfpläne für Heizung, Lüftung, Klima, Sanitär, Elektrotechnik, Aufzüge und Brandschutztechnik führen; die Fremdfirmen ausschreiben, beauftragen und in ihrer Leistung kontrollieren; Störungen abarbeiten lassen und ihre Abstellung belegen; ein Betriebskostenbudget planen und über zwölf Monate halten; und den Energieverbrauch der Liegenschaft kennen, bevor jemand danach fragt.

Der Kern der Rolle ist die Betreiberverantwortung. Wer ein Gebäude betreibt, muss dafür einstehen, dass von ihm keine Gefahr für Nutzer, Beschäftigte und Dritte ausgeht – von der Prüfung überwachungsbedürftiger Anlagen nach der Betriebssicherheitsverordnung über die wiederkehrende Prüfung ortsfester elektrischer Anlagen und die Untersuchung der Trinkwasserinstallation bis zur Fluchtwegtür, die sich ohne Hilfsmittel öffnen lässt. Diese Pflichten lassen sich an Dienstleister übertragen, die Verantwortung dafür nicht vollständig: Auswahl, Einweisung und Überwachung bleiben beim Betreiber. Genau dort entstehen die Fälle, die vor Gericht landen – selten versagt die Technik, meist die Organisation. Eine Frist, die niemand geführt hat.

Vom Property Manager unterscheidet ihn der Auftraggeber. Der Property Manager bewirtschaftet das Objekt für den Eigentümer und denkt in Mietverträgen, Abrechnungen und Reportingterminen. Der Facility Manager denkt in Anlagen, Verfügbarkeit und Kosten je Quadratmeter und arbeitet für den, der das Gebäude tatsächlich nutzt. Sitzen beide am selben Objekt, bestellt der eine und betreibt der andere – ein Verhältnis, das in guten Konstellationen kurze Wege hat und in schlechten aus Protokollen besteht.

Wie wird man Facility Manager?

Zwei Wege führen verlässlich hinein. Der erste beginnt im Handwerk – Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Anlagenmechaniker Sanitär-Heizung-Klima, Mechatroniker für Kältetechnik – und führt über Meister, staatlich geprüften Techniker oder eine Fortbildung im Facility Management in die Steuerung. Der zweite ist ein Studium: Facility Management, Versorgungs- und Gebäudetechnik, Wirtschaftsingenieurwesen, seltener Immobilienwirtschaft. Wer aus der Objektbetreuung kommt, steigt über ein größeres Objekt auf und erweitert den Bereich liegenschaftsweise.

Was in Anzeigen wie eine Formalie aussieht, ist oft die eigentliche Einstellungsvoraussetzung: der Nachweis, befähigte Person im Sinne der Prüfvorschriften zu sein, oder eine Sachkunde – Brandschutz, Aufzugswärter, Trinkwasserhygiene –, die mitgebracht oder in den ersten Monaten nachgeholt wird.

Was der Beruf verlangt

Dokumentationsdisziplin vor Tempo. Eine Wartung, die nicht nachweisbar ist, gilt im Ernstfall als nicht durchgeführt; die Betreiberverantwortung wird nicht daran gemessen, was getan wurde, sondern daran, was belegt werden kann. Dazu Erreichbarkeit: Rufbereitschaft gehört in vielen Stellen zur Rolle, und wie sie vergütet und wie oft sie tatsächlich gezogen wird, gehört vor die Unterschrift.

Unverzichtbar ist der Umgang mit einem CAFM-System. Es führt Anlagen, Fristen, Aufträge und Verbräuche – wer es nachlässig pflegt, verliert genau den Nachweis, an dem die Haftung hängt. Und es braucht die Bereitschaft, ein Budget zu verteidigen: Instandhaltungsstau, verschobene Erneuerungen und ein Ansatz, der im Februar schon knapp aussieht, sind in diesem Beruf der Normalzustand und kein Ausnahmejahr.

Aussichten

Der Bedarf hängt nicht am Transaktionsmarkt. Ein Gebäude muss betrieben werden, ob es gerade gekauft, gebaut, vermietet oder halb leer ist – das macht die Rolle unabhängiger von Zinszyklen als die meisten anderen in der Immobilienwirtschaft.

Zwei Entwicklungen verschieben den Inhalt. Energetische Anforderungen und die Nachfrage nach belastbaren Verbrauchs- und Emissionsdaten machen aus dem Betrieb eine Datenaufgabe: Verbräuche je Objekt, je Mieteinheit, je Monat, in einer Qualität, die ein Wirtschaftsprüfer akzeptiert. Und der Fachkräftemangel in den ausführenden Gewerken verlagert Arbeit in die Steuerung – wer keine Firma für den Prüftermin findet, muss die Frist trotzdem halten. Nach oben führt der Weg über die Teamleitung in die Bereichsleitung oder auf die Auftraggeberseite, wo es weniger Stellen gibt und seltener Wochenenddienst.

Aufgaben

  • Wartungs- und Prüfpläne für die technische Gebäudeausrüstung aufstellen und ihre Einhaltung nachweisen
  • Fremdfirmen für Wartung, Reinigung, Sicherheit und Außenanlagen ausschreiben, beauftragen und abnehmen
  • Betreiberpflichten organisieren: Prüffristen, Unterweisungen, Begehungen, Mängel und ihre Abstellung
  • Betriebskostenbudget planen, Rechnungen sachlich prüfen und Abweichungen begründen
  • Störungen aufnehmen, priorisieren und bis zur Wiederinbetriebnahme verfolgen
  • Energie- und Medienverbräuche erfassen, auswerten und Maßnahmen zur Senkung vorschlagen
  • Instandsetzungen, Mieterausbauten und kleinere Umbauten beauftragen und baubegleitend betreuen
  • Anlagen-, Fristen- und Auftragsdaten im CAFM-System pflegen
  • Nutzer über Arbeiten, Sperrungen und Einschränkungen im Gebäude informieren

Voraussetzungen

  • Technische Ausbildung mit Meister- oder Technikerabschluss oder ein Studium in Facility Management, Versorgungstechnik oder Bauingenieurwesen
  • Kenntnis der Betreiberpflichten und der wiederkehrenden Prüfvorschriften für gebäudetechnische Anlagen
  • Erfahrung in der Steuerung von Nachunternehmern und in der Rechnungsprüfung
  • Sicherer Umgang mit einem CAFM-System und mit Tabellenkalkulation
  • Bereitschaft zu Rufbereitschaft und zu Terminen außerhalb der Bürozeit
  • Führerschein Klasse B, sobald mehrere Liegenschaften betreut werden
  • Englisch bei international genutzten Objekten und ausländischen Auftraggebern

Wo man arbeitet

  • Facility-Management-Dienstleister, die Objekte im Mandat betreiben
  • Bestandshalter und Eigentümer mit eigener Betriebsorganisation
  • Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen mit eigener Liegenschaftsabteilung
  • Kliniken, Hochschulen und öffentliche Liegenschaftsbetriebe
  • Einkaufszentren, Logistikparks und Bürocampus mit festem Objektteam

Der Weg in den Beruf

Einen geschützten Zugang gibt es nicht. Üblich ist eine technische Ausbildung in Elektrotechnik, Sanitär-Heizung-Klima oder Kältetechnik mit anschließender Fortbildung zum Meister, staatlich geprüften Techniker oder Fachwirt Facility Management; ebenso verbreitet ist ein Bachelor in Facility Management, Versorgungstechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen. Ein dritter Weg beginnt in der Objektbetreuung und führt über ein größeres Objekt in die Steuerung. Für den Sprung zählt weniger der Abschluss als der Nachweis, ein Objekt mit eigenem Budget, eigenen Fremdfirmen und geführten Prüffristen selbstständig verantwortet zu haben.

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