Was hier gearbeitet wird
Die Ermittlung von Immobilienwerten und ihre Begründung in einem Gutachten. Verkehrswerte nach der Immobilienwertermittlungsverordnung, Beleihungswerte für Kreditinstitute, Bewertungen für Bilanzierung und Fondsberichte, Schadensgutachten und Bauzustandsbewertungen.
Es ist das kleinste Feld dieses Portals – wenige Anzeigen, aber durchweg anspruchsvolle und gut bezahlte. Die Arbeitgeber sind Banken und Sparkassen, Bewertungsabteilungen von Investmentmanagern, Beratungshäuser und selbständige Sachverständigenbüros.
Die Nachweise, auf die es ankommt
Der Titel „Sachverständiger" ist nicht geschützt. Was zählt, ist entweder die öffentliche Bestellung und Vereidigung durch eine Industrie- und Handelskammer oder eine Zertifizierung nach DIN EN ISO/IEC 17024 durch eine akkreditierte Stelle – üblicherweise für Markt- und Beleihungswerte.
Beides verlangt einschlägige Berufserfahrung, Gutachtenpraxis und eine anspruchsvolle Prüfung. Wer das anstrebt, sollte früh damit anfangen, Gutachten unter Anleitung zu schreiben: Ohne Gutachtenpraxis führt kein Lehrgang zum Ziel. Die Einordnung neben die anderen Fortbildungswege steht in Weiterbildung für Immobilienkaufleute.
Der Weg hinein
Über ein Studium – Immobilienwirtschaft, Bauingenieurwesen, Architektur, Geografie mit Schwerpunkt Immobilien – oder über eine einschlägige Ausbildung mit langer Praxis. Der häufigste reale Weg führt aus der Kreditbearbeitung einer Bank oder aus dem Property und Asset Management in die Bewertung.
Einstiegsstellen heißen häufig „Referent Immobilienbewertung", „Junior Gutachter" oder „Mitarbeiter Wertermittlung" und sind Zuarbeitspositionen unter einem bestellten oder zertifizierten Sachverständigen. Das ist die vorgesehene Lehrzeit dieses Berufs.
Wie die Arbeit aussieht
Überwiegend Schreibtischarbeit mit Ortsterminen. Die Ortsbesichtigung ist kurz, das Gutachten lang; ein erheblicher Teil der Zeit geht in Datenbeschaffung – Grundbuch, Baulastenverzeichnis, Bodenrichtwerte, Mietspiegel, Vergleichskaufpreise.
Die Arbeit ist planbar, weitgehend frei von Abendterminen und in Teilen aus dem Homeoffice möglich. Der Preis dafür ist Haftung: Ein Gutachten wird gelesen, und es wird angegriffen, wenn eine Entscheidung daran hängt.
Vor der Bewerbung
Fragen Sie nach der Bewertungsart – Verkehrswert, Beleihungswert, Bilanzbewertung –, nach der Zahl der Gutachten pro Jahr und Person, und danach, wer unterschreibt. Wer nur zuarbeitet und nie zeichnet, sammelt Erfahrung, aber keine Referenzen für die eigene Bestellung.
Was das Feld verlangt
Die Fähigkeit, eine Zahl so zu begründen, dass die Begründung ohne den Verfasser trägt. Das ist eine Schreibfähigkeit so sehr wie eine Rechenfähigkeit – und der Grund, warum in diesem Feld Berufserfahrung schwerer wiegt als anderswo.